Nach Monaten des kontinuierlichen Preisverfalls hat der europäische Photovoltaikmarkt im Januar 2025 die erste Preissteigerung erlebt. Besonders gefragt sind hocheffiziente N-Typ-Module, deren Preise deutlich gestiegen sind. Dies zeigt, dass der Markt sich zunehmend auf leistungsstarke und wertbeständige Technologien konzentriert und nicht mehr ausschließlich auf niedrige Preise.
Laut dem Solarhandelsportal Sun.store sind die Preise für N-Typ monofaziale Module um 12 % und für N-Typ bifaziale Module um 2 % gestiegen – ein Anstieg von etwa 1 Cent pro Watt. Diese Entwicklung deutet auf eine neue Preisstabilität hin, insbesondere für Premium-Module.
Quelle: Sun Store – PV Index January 2025
Warum steigen die Modulpreise?
(1) Angebots- und Nachfragesituation verändert sich
- Kapazitätsanpassung und Marktoptimierung: Nach einem Überangebot im Jahr 2024, das die Preise stark fallen ließ, haben Hersteller begonnen, ihre Produktionsstrategien anzupassen. Dies umfasst eine Reduzierung der Produktion von Silizium, Wafern und Solarglas sowie den Übergang zu effizienteren Technologien.
- Chinesische Exportregelungen: Seit dem 1. Dezember 2024 hat China die Exportsteuerrückerstattung für PV-Module von 13 % auf 9 % gesenkt. Dies führte zu einem Rückgang der Importe nach Europa. Infolgedessen haben einige Händler ihre Lagerbestände verteuert, was zur aktuellen Preisstabilisierung beiträgt.
(2) Sinkende Lagerbestände & strategische Einkäufe
- Preiswende erkannt: Nach monatelangem Preisverfall erkennen viele Käufer, dass der Tiefpunkt erreicht sein könnte. Anstatt weiter zu warten, sichern sie sich frühzeitig Bestände, bevor die Preise weiter steigen.
- Beliebte Modelle knapp: Besonders bifaziale Doppelglas-Module sind stark nachgefragt – Einige Modelle stehen unter Druck, bald ausverkauft zu sein.Unternehmen sichern sich daher aktiv Lagerbestände, um Lieferengpässe zu vermeiden.
(3) Installationshoch im Frühjahr und Sommer
Das Frühjahr und der Sommer sind Hochsaison für PV-Installationen. Viele Unternehmen planen frühzeitig ihren Einkauf, um Verzögerungen zu vermeiden und ihre Projekte termingerecht abzuschließen.
Markttrend-Ausblick
Auch wenn es noch zu früh ist, um von einer vollständigen Trendwende zu sprechen, deuten die verlangsamte Preisrückgänge, die steigende Nachfrage nach Premium-Produkten und die Verknappung der Lagerbestände darauf hin, dass sich das Marktgleichgewicht allmählich stabilisiert.
Mit der Rückkehr des Marktvertrauens und dem Rückgang der Bestände kostengünstiger Alternativen lässt der Preisdruck nach. In den kommenden Monaten werden die Preisstrategien der Händler und die Verfügbarkeit wichtiger Modelle maßgeblich die Marktentwicklung für 2025 beeinflussen.

